Wo ist der Unterschied zwischen Rettungsschlinge und Winschgurt? Muss künftig beides vorgehalten werden?

Wie schon in der Fragestellung richtig vermutet, soll die Rettungsschlinge ausschließlich zur Personenrettung eingesetzt werden. Sie ist universell, also unabhängig von der körperlichen Beschaffenheit eines Menschen verwendbar. Der Winschgurt kann im Gegensatz dazu auf die speziellen körperlichen Eigenschaften des Retters eingestellt werden bzw. wird das durch diesen selbst beim Anlegen getan. Wird der Winschgurt richtig angelegt, so ist ein „heraus fallen“, wie bei der Rettungsschlinge schon geschehen, ausgeschlossen. Daraus ergibt sich, dass die Rettungsschlinge ausschließlich zur Rettung von Personen aus Gefahrensituationen zu benutzen ist. Diese Personen sind im Umgang mit solchen Einsatzmitteln ungeübt und deshalb muss ihre Verwendung einfach und schnell möglich sein. Sie sollte deshalb auch nur auf solchen Einsatzmitteln vorhanden sein, welche für diesen Einsatz vorgesehen sind wie beispielsweise SAR – Hubschrauber. Der Winschgurt ist ausschließlich durch Personen zu benutzen, welche in dessen Verwendung eingewiesen und durch regelmäßige Übungen damit vertraut sind wie beispielsweise die Einsatzkräfte der Feuerwehren in den BBE und VVT Teams.

Welcher Vorteil sich aus der Verwendung von Winschgurten ergibt, ist noch nicht abschließend geklärt. Diese sind erst relativ kurz im Einsatz. Auch wenn damit der absolut sichere Winschvorgang möglich ist, muss auch das anschließende Handling betrachtet werden. Wenn Feuerwehrkräfte auf einem Havaristen abgewinscht werden, so müssen sie dort sowohl den Winschgurt als auch den Überlebensanzug ablegen und einen für den Einsatz notwendigen Feuerwehrschutzanzug anlegen. Über die abgelegte Schutzausrüstung, die für das erneute Winschen bzw. Abbergen wieder benötigt wird, besteht in dem Zeitraum des Einsatzes an Bord keinerlei Kontrolle. Der Einsatz einer Rettungsschlinge in der gleichen Gefahrensituation würde sehr viel weniger Zeit beanspruchen.