Ist ein Kreuzfahrtschiff ein Kauffahrteischiff?

Der Begriff des Kauffahrteischiffes ist nicht gesetzlich definiert. Kauffahrteischiffe sind Seeschiffe, die zum Erwerb durch Seefahrt bestimmt sind oder dem Erwerb durch Seefahrt dienen. Für ein Kauffahrteischiff sind 3 Elemente wesenbestimmend:

die Schiffseigenschaft,
die Bestimmung für die Seefahrt und
der gewerbliche Einsatz. [1]

Kauffahrteischiffe sind Seeschiffe, die entweder zum Erwerb durch die Seefahrt bestimmt sind, oder Seeschiffe, die dem Erwerb durch die Seefahrt dienen. Hinsichtlich der Begriffe wird unterschieden zwischen zur Seefahrt „bestimmt“ und zur Seefahrt „dienen“. Mit „bestimmt“ ist die Absicht des dauernden Seeerwerbs gemeint, während „dienen“ nur im Einzelfall „zum Seeerwerb verwandt“ bedeutet und somit nicht dauerhaft sein muss. Der Tatbestand des Erwerbs durch die Seefahrt liegt vor, wenn ein Schiff z.B. Personen oder Güter gegen Entgelt über See befördert (unmittelbarer Erwerb) oder wenn mit dem Schiff Hochseefischerei betrieben wird, welche nur durch die Seefahrt möglich ist (mittelbarer Erwerb). Der Verlust der Kauffahrteieigenschaften eines Schiffes ist dann gegeben, wenn die dauerhafte Bestimmung, dem Erwerb durch Seefahrt zu dienen, entfällt. [2]

Ein Kauffahrteischiff ist ein Handelsschiff, das dem Transport von Waren und Fahrgästen gegen Entgelt dient. [3]
Kreuzfahrtschiffe lassen sich somit unter dem Begriff Kauffahrteischiffe subsumieren.

Literatur
[1] Christian Bubenzer/Runa Jörgens „Praxishandbuch Seearbeitsrecht“ S. 19
[2] Norbert Krause „Praxishandbuch Schiffsregister“ S. 7
[3] Enzyklo.de