Über welche medizinischen und personellen Kapazitäten verfügt ein Einsatzgruppenversorger und wie ist die Verfügbarkeit?

Die Marine verfügt derzeit über drei Einsatzgruppenversorger: die „Berlin“, die „Frankfurt am Main“ und die „Bonn“, die alle in Wilhelmshaven stationiert sind. Die logistische Hauptaufgabe des Schiffes besteht in der Versorgung der Einheiten mit Betriebsstoffen, Verbrauchsgütern, Proviant und Munition. Im Wesentlichen gehören dazu Kraftstoff und Öl, Frischwasser, Proviant, Munition und Verbrauchsgüter. Der Kraftstoffvorrat eines EGV für den Eigenbedarf und zur Abgabe an andere Einheiten beträgt ca. 9.500 m³. Die an Bord verfügbare Frischwassermenge wird aus eigenen Frischwassererzeugern (Tagesleistung: 25 m³) permanent ergänzt, so dass auch Wasser an andere Einheiten abgegeben werden kann. Es können ca. 230t Proviant in Tiefkühllasten und Trockenproviant-Lagerräumen mitgeführt werden. Zusätzlich verfügt das Schiff an Oberdeck über Stellplätze für zwölf Standard-20 FT-See-Container – dies kann genutzt werden für den Aufbau eines Marineeinsatzrettungszentrums (MERZ) zur medizinischen Versorgung. Ein EGV kann zwei Sea King M41 Hubschrauber an Bord transportieren [1]. Standardmäßig befinden sich 159 Mann Besatzung an Bord, die bis auf 233 aufgestockt werden kann.

Die Deutsche Marine beteiligt sich zurzeit mit dem Einsatzgruppenversorger „Berlin“ an dem EU-Einsatz im Mittelmeer zur Rettung von in Not geratenen Flüchtlingen. Generell sind alle EGV oft und auch für längere Zeiträume in internationale Missionen eingebunden, so dass ihre Verfügbarkeit für einen Einsatz in der Ost- oder Nordsee nicht vorausgesetzt und ihr Einsatz bei einem MANP auf See daher nicht fest eingeplant werden kann.

[1]  www.marine.de