Wie viele Mobile Medizinische Einsatzzentren der Marine sind derzeit verfügbar?

Die Nutzung eines Marineeinsatzrettungszentrums (MERZ) ist in der Regel an einen Einsatzgruppenversorger (EGV) gebunden. Ein MERZ besteht aus 26 Containern, die zweistöckig auf dem Oberdeck eines EGV aufgebaut und dabei auch in Teile der Schiffskonstruktion integriert werden können. Das MERZ verfügt über alles, was zur Notfallversorgung nötig ist. Dazu zählen eine OP-Abteilung mit zwei Operationsräumen, eine Bettenstation mit 22 Betten inklusive Intensivpflegeplätzen, eine Röntgen- und Laborabteilung, eine Apotheke sowie ein Bereich für die zahnärztliche Behandlung.

Zusammen mit dem Behandlungsraum des Schiffslazarettes, der im MERZ die Funktion des Schockraumes übernimmt und der an Bord anstelle eines Laderaumes festinstallierten Pflege-/Bettenstation wird eine Primärversorgungs- und postoperative Betreuungskapazität für maximal 45 Patienten erreicht. Der Bettenraum des Schiffslazarettes kann bei Bedarf auch als Isolierstation mit neun Betten genutzt werden. [1]

Die Ärzte, Fachärzte und Sanitätssoldaten im MERZ sind ein 28-48köpfiges Team, das ein weitreichendes Spektrum an Verletzungen behandeln kann. Dabei wird der fest zur Schiffsbesatzung gehörigen Schiffsarztgruppe vom Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr zusätzliches medizinisches Personal zu Seite gestellt, das für den Einsatzzeitraum an Bord verbleibt. [2] In der Regel werden diese Ärzte aus den Bundeswehrkrankenhäusern rekrutiert. Die Rüstzeit für den Aufbau, die Inbetriebnahme und die Bemannung eines MERZ liegt bei etwa einer Woche. Hinzu kommt die Fahrzeit auf See bis zum jeweiligen Einsatzort. Die Marine verfügte über zwei derartige Einsatzzentren [3], eins davon ist beim Brand einer Lagerhalle in Bremen am 22. Februar 2015 verbrannt. Die Container eines Marineeinsatzrettungszentrums (MERZ) wurden vernichtet. [4] Die darin normalerweise verstauten medizinischen Geräte waren zwar ausgebaut, da sie aber so konstruiert sind (Anschlüsse, Ventilation usw.), dass sie nur in Verbindung mit den Spezialcontainern einsetzbar sind, ist das gesamte System nicht mehr nutzbar.

Das zweite MERZ-System ist derzeit (2015) im Mittelmeer im Einsatz. Auch sonst befinden sich diese Systeme eher im Ausland. So waren die MERZ nach der Tsunami-Katastrophe in Süd-Ost-Asien, am Horn von Afrika und vor der Küste des Libanon im Einsatz [3].

Literatur:
[1]           www.marine.de
[2]          www.einsatz.bundeswehr.de
[3]          www.y-punkt.de
[4]          http://augengeradeaus.net/2015/02/marine-verliert-die-haelfte-ihrer-schwimmenden-krankenhaeuser/